Winterschnarch verlängert

Als uns während der dritten Halbzeit (Dank an die Gastgeber) die (Zwiebel-)Schnibbelkünste vorgeführt wurden, war uns endgültig klar, dass wir nicht nur die Winterpause verschlafen hatten – der gute TT-Spieler trainiert während der Festtage beim Zwiebelschneiden seine Fähigkeiten – sondern auch während des Spieles mehr aus dem Ruhemodus heraus agiert hatten.

Der Chronistenpflicht halber: Die Vierte um Birgit, Matthes (Räde), Uwe und Carsten verlor das Spiel ziemlich deutlich mit 8:5 – auch wenn die tabellarische Reihenfolge mit dem „5:5-Unentschieden“ nach den Paarkreuzen einen gewissen Spannungsbogen vortäuscht.

Frau des Tages war Marianne an Position 3 mit drei Einzelsiegen (aber keinem Doppelsieg) – blöd nur, dass sie beim Gegner spielte …

Einziger Lichtblick war unser Nachwuchstalent und neuer Stern an der grünen Platte der Träume: Uwe „bescheiden“ Behrendt. Nach solidem Auftritt im Doppel hieß es erstmal, Lehrgeld gegen Marianne zu zahlen. Dann jedoch folgte ein geradezu epischer Sieg gegen die Nummer 4. Nach zögerlichem Beginn im ersten Satz entfaltete Uwe sein gesamtes bis dato verstecktes Potenzial und glich zum 1:1 aus. Was folgte, war eine Nervenschlacht, die bisher wohl nur wenige Spieler durchlebten – Uwe konnte alle Nervosität, alle Anspannung in gute Energie und noch stärkere Vorhand-Angriffsbälle umwandeln – und als er hechtartig, Boris Becker zur Ehre gereichend, einen Big-Point sicherte, war der dritte Satz zwar immer noch nicht zu Ende, die Gegnerin aber deutlich beeindruckt. Schlussendlich siegte Uwe mit 17:15 den Dritten – um danach mit der Souveränität eines alten Hasen im Vierten alles klar zu machen – erster Einsatz … erster Sieg, wer hat das schon vorzuweisen? - Herzlichen Glückwunsch!!!

Im Interview nach dem Spiel gab er sich dann ganz bescheiden und hätte seinen Einzelsieg gerne gegen einen Mannschaftserfolg eingetauscht. Auch gab er zu, dass seine unscheinbaren Trainingsleistungen bisher dazu geführt hatten, dass er noch nicht zum Einsatz kam.
Das Team war voll des Lobes und besonders beindruckt von der unkonventionellen, aber effektiven Spielweise.

Die kurze Rückfahrt reihte sich dann leider wieder in die an diesem Tag zu oft vorkommenden Unzulänglichkeiten ein – der Held durfte zwar vorne sitzen, doch hätte er sich ja eigentlich eine Rikscha-Fahrt verdient gehabt… (CH)